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Der Strasserwirt in Osttirol ist mehr als ein Hotel. Eine persönliche Reportage über Gastfreundschaft, Geschichte und die Menschen, die diesen besonderen Ort prägen.

6. Aug.
3 Min. Lesezeit

Wenn ich an meine Erlebnisse im Strasserwirt in Osttirol zurückdenke, spüre ich, wie sich ein tiefes, emotionales Band zwischen diesem besonderen Ort und mir entfaltet hat. Der Strasserwirt ist für mich weit mehr als ein historisches, familiengeführtes Hotel. Es ist ein Ort, an dem die Zeit in einem harmonischen Rhythmus zu fließen scheint und jeder Schritt auf dem alten Holzfußboden von den Geschichten erzählt, die in diesen Mauern verwoben sind. Mit jedem Gespräch begann ich zu begreifen, dass echte Gastfreundschaft weit über das Offensichtliche hinausgeht. Es geht um das Einfangen von Emotionen, die sich oft nicht einmal in Worte fassen lassen.


Die Schwestern Judith und Astrid, die den Strasserwirt Ansitz zu Tirol mit so viel Leidenschaft und Hingabe führen, haben mir gezeigt, dass es nicht nur darum geht, einen schönen Ort zu gestalten. Vielmehr geht es um die Kunst, eine Atmosphäre zu schaffen, die Menschen einlädt, sich zu öffnen und ihre eigenen Geschichten zu teilen. Wir alle tragen Erinnerungen in uns, und der Strasserwirt besitzt die bemerkenswerte Fähigkeit, sie wachzurufen und zu bereichern. Während ich die beiden Schwestern und ihre Gäste fotografierte, wurde mir bewusst, dass die Kamera nicht nur dokumentiert. Sie schafft Verbindung.


In vielen Momenten, während ich Judith und Astrid beobachtete, erkannte ich, dass die Stärke ihrer Zusammenarbeit nicht nur in ihrer Unterschiedlichkeit liegt, sondern in der Symbiose dieser Unterschiede. Judiths struktureller Ansatz trifft auf Astrids emotionale Intuition und schafft einen Raum, in dem sich jeder willkommen fühlen kann. Diese Dynamik zeigt sich in jeder Begegnung mit Gästen und Mitarbeitenden und bildet das Herz dessen, was Gastfreundschaft für mich bedeutet. Kein abgedroschener Service, sondern ein echtes Miteinander. Eine Einladung, Teil eines Ganzen zu werden.


  • Haupthaus des Strasserwirts in Osttirol

In der Bibliothek des Strasserwirts – umgeben von den Werken des Künstlers Oswald Kollreider – fühlte ich die Präsenz der Vergangenheit, die nicht statisch ist, sondern lebendig bleibt. Die Bücher erzählen von einem Erbe, von Geschichten, die weitergegeben werden und als Teil des Hauses Teil der Lebenswege vieler Menschen werden. Diese Momente, in denen Kunst, Geschichte und Gastfreundschaft aufeinandertreffen, verleihen diesem Hotel in Osttirol eine besondere Tiefe. Sie erinnern daran, dass es nicht nur darum geht, was wir besitzen, sondern darum, was wir miteinander teilen.


Der Gedanke von Astrid, dass das Greifbare das Nichtfühlbare erfahrbar macht, begleitet mich nicht nur in der Fotografie, sondern auch im Leben. Das Festhalten von Momenten durch Bilder gibt mir die Möglichkeit, Erinnerungen zu bewahren, die einem flüchtigen Augenblick entspringen. Ein Lächeln, ein gemeinsames Lachen, Freude oder Traurigkeit – all das sind Facetten menschlicher Erfahrung, die ich sichtbar machen möchte. Sie sind Zeugnisse von Verbindung und Begegnung.


Mein Aufenthalt im Strasserwirt hat in mir eine tiefe Wertschätzung für die Kunst der Gastfreundschaft geweckt. Ich habe verstanden, dass ein Ort nicht nur durch seine Architektur oder seine Geschichte glänzt, sondern vor allem durch die Menschen, die ihn mit Leben füllen. Jede Interaktion, jede Begegnung wird zu einem Puzzlestück, das die Seele dieses Hauses sichtbar macht. Und wenn Gäste den Strasserwirt mit dem Gefühl verlassen, etwas Wertvolles erlebt zu haben, dann zeigt sich für mich die wahre Kunst der Gastfreundschaft: Menschen mehr mitzugeben, als sie mitgebracht haben.


Die Verbindung zwischen diesen Emotionen und meiner Arbeit fühlt sich wie ein fortlaufender Schaffensprozess an – ein Schaffen von Platz für Erinnerungen, Geschichten und das Leben selbst. In der Fotografie finde ich die Möglichkeit, Geschenke zu machen, die man nicht einpacken kann, sondern die im Herzen bleiben. Der Strasserwirt in Osttirol wird für lange Zeit, vielleicht sogar für immer, einen festen Platz in meiner Erinnerung behalten – getragen von den Menschen, die diesem Ort Leben einhauchen. Und ich werde weiterhin mit meiner Kamera unterwegs sein, um auch an anderen Orten genau diese Art von Begegnungen sichtbar zu machen.

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