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Warum mich familiengeführte Hotels so berühren

Mir ist in den letzten Tagen etwas bewusst geworden.


Ich glaube, ich weiß inzwischen, warum mich familiengeführte Hotels so berühren.


Als Kind hatte mein Vater eine Pizzeria, und ich war oft bei den Vorbereitungen dabei – stolz auf ihn. Bis heute erzählen mir Menschen, dass er die beste Pizza der Stadt gemacht hat.


Dann wurde er krank und musste seine Selbstständigkeit aufgeben.


Später habe ich ihn oft zu seiner Putzstelle begleitet und manchmal seine Arbeit übernommen, während er eine Zigarette nach der anderen rauchte.


Lange habe ich geglaubt, ich wolle einfach nur ein eigenes Unternehmen aufbauen, eines, in dem meine Familie mitarbeitet. Heute weiß ich: Hinter diesem Wunsch steckte viel mehr.


Deshalb berühren mich familiengeführte Orte bis heute – weil ich weiß, wie viel Liebe, Verantwortung und Geschichte zwischen ihren Wänden steckt, und weil dort oft Generationen nicht nur zusammenarbeiten, sondern ein Stück Identität weitergeben.


Irgendwann musste ich den Kontakt zu meiner Ursprungsfamilie abbrechen – nicht aus fehlender Liebe, sondern auch aus Liebe zu ihnen. Ich wollte einen Kreislauf durchbrechen, der sich über Generationen weitergegeben hatte. Dass dieser Schritt nicht immer auf Verständnis gestoßen ist, gehört wohl dazu.


Manche Entscheidungen können gleichzeitig schmerzhaft und richtig sein.



Mit etwas Abstand sehe ich auch meine eigene Selbstständigkeit klarer. Ich habe immer gearbeitet, und es hat immer gereicht – aber ich habe Entscheidungen oft nach Gefühl getroffen, zu selten nach Wirkung. Geld floss schneller wieder ab, als dass ich es für die Zukunft genutzt hätte.


Ich habe etwas verstanden, was mir immer noch schwer fällt: Manche Entscheidungen müssen einfach getroffen werden, auch wenn sie sich nicht stimmig anfühlen. Sie sind trotzdem sinnvoll.


Das ist der Grund, warum mich Orte manchmal noch mehr faszinieren als Menschen: Es sind die Geschichten der Generationen, die einen Ort geprägt und einzigartig gemacht haben.


Genau diesen familiären Identitätskern möchte ich sichtbar und fühlbar machen.


Nach 15 Jahren darf ich endlich anfangen, all die Rückmeldungen zu meiner Arbeit ernst zu nehmen – nicht als Höflichkeit, sondern als Beweis.


Meine Geschichte war nie ein Umweg. Sie hat mich genau dorthin geführt.


Zu einer Arbeit, in der Familien, besondere Orte, Unternehmertum und Erinnerung zusammenkommen.


Ich arbeite gern langfristig und mit wenigen ausgewählten Hotels. Vertrauen braucht Zeit, und die stärksten Geschichten entstehen nicht an einem Wochenende.

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© 2026 Luisa Sole. 

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